Fischschutz contra Kormoran e.V. - Argumente und Fakten
http://www.fischschutz-contra-kormoran-ev.de/argumente-und-fakten.html

© 2011 Fischschutz contra Kormoran e.V.

Argumente und Fakten:

Argumente und Fakten zur Kormoran-Problematik, die die aktuelle Situation wieder geben und grob falschen Darstellungen einiger Naturschutzorganisationen entgegen gestellt werden müssen.


  • Konkrete Forderungen zur Neufassung der aktuellen Kormoran-VO in Nordrhein Westfalen, die im Mai 2010 ausläuft:

    • Eine längere Jagdzeit ( aktuell : 16. September bis 15. Februar (http://www.ljv-nrw.de)) im Frühjahr wie in den meisten anderen Bundesländern: Der Fraßdruck durch die Kormorane ist bei länger anhaltender Kälte Mitte Februar längst nicht zu Ende.
    • Kein Verbot von Abschüssen in Naturschutzgebieten: Diese Regelung der aktuellen Kormoran-VO mindert die Effektivität der beabsichtigen Schutzmaßnahmen für die Gewässer nachweislich ganz erheblich mit den entsprechenden Folgen für die Fischpopulationen.
    • Der Abschuss von Jungvögeln in den Sommermonaten ist angesichts der Bestandszunahme ernsthaft zu erwägen;
  • Der NABU und einige Ornithologen stellen die Kormoran-Frage immer als Konflikt Artenschutz einerseits und Fischwirtschaft und Anglerinteressen andererseits dar. Dabei wird der schwerwiegende zusätzliche Konflikt Artenschutz gegen Artenschutz systematisch geleugnet oder zur Bagatelle herunter gespielt: Das ist unglaublich und unseriös. Auf diese Weise kann man aber ein schönes Bild zeichnen, das in der Öffentlichkeit gut ankommt!
  • Für eine hohe Kormoran-Population wird die Dezimierung ganzer Fischbestände, bis hin zum großräumigen Aussterben einzelner endemischer Arten (wie ganz eklatant bei der Äsche zu beobachten) in Kauf genommen. Mit dieser Politik werden Naturschutzorganisationen wie der NABU ihrer Verantwortung, für die gesamte Natur zu sprechen, nicht gerecht. Dies ist unter Artenschutzgesichtspunkten unverantwortlich!
  • Unsere heimischen Fischpopulationen in Fließgewässern, gerade in den Äschenregionen und aufwärts sind trotz der bestehenden Abschussmöglichkeiten für Kormorane in NRW und in weiten Teilen Deutschlands weiterhin absolut gefährdet - selbst dort, wo diese Abschussmöglichkeiten durch die Jägerschaft nach Kräften genutzt werden!
  • Die wohlklingenden Zeilen des NABU zu der Artenschutzproblematik, es fehle an Beweisen für die Kausalität zwischen Kormoranzunahme und der Gefährdung von Fischarten, sind durchsichtige Ablenkmanöver, die von der so traurigen Realität ablenken sollen.
  • Das Erscheinen der Kormorane an Mittelgebirgsflüssen, ihr Verweilen (das heißt, sie konnten sich sättigen) erlaubt direkt den Rückschluss auf gefressene Fischmengen. Das Verhalten und Fluchtverhalten und die typischen Größen der einzelnen Fischarten lassen sogleich auf die Reihung bei der Vernichtung schließen. Magenuntersuchungen bei abgeschossenen Kormoranen können vielleicht noch Details beisteuern sind aber eigentlich obsolet. Leere Flüsse im direkten zeitlichen Zusammenhang - wer fragt da ernsthaft noch nach Beweisen der Kausalität?
  • Wie kann es sein, dass diesem Naturdrama - diese Formulierung ist für unsere hiesigen Mittelgebirgsflüsse leider angemessen - nicht energisch Einhalt geboten wird? Gesinnungsfragen, verschiedene Standpunkte von Interessensgruppen müssen angesichts unübersehbarer, belegbarer Fakten hinten angestellt werden. Hier geht es nicht um Ideologien, hier geht es ganz einfach um Tatsachen, um richtig oder falsch.
  • Was sind das eigentlich für Menschen, die sich als Naturschützer bezeichnen, aber die bestehende dramatische Situation für die endemischen Fischstämme in unserer Kulturlandschaft billigend in Kauf nehmen? Zuständige Stellen, ministeriell oder in regionalen Fachämtern, müssen hier umgehend ausreichende Maßnahmen ergreifen - diejenigen der Kormoran-VO aus dem Jahr 2006 genügen bei weitem nicht.
  • In diesem Papier wird lediglich die Artenschutzproblematik bei endemischen Fischpopulationen thematisiert: Die Betroffenheit der Fischwirtschaft und auch der Angler soll damit nicht in Frage gestellt werden: Auch das sind berechtigte Argumente, die großräumige Reduktion der Kormoranbestände zu fordern. Der besondere Skandal ist aber das Leugnen der Artenschutzproblematik verursacht eben durch den Kormoran – und das ist in keiner Weise hinzunehmen.
  • Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Kormoran auch instrumentalisiert wird, um schwarze Schafe in den Reihen der Angler "indirekt auszutrocknen" und das auf Kosten ganzer Fischpopulationen. Dieses ist völlig inakzeptabel. Wenn hier Dinge im Argen sein sollten, müssen sie gezielt angeprangert und abgestellt werden.
  • Der Kormoran ist in Mitteleuropa in keiner Weise mehr vom Aussterben bedroht, und das ist auch gut so. Hier wird aber für eine Politik geworben, die auf eine artenreiche Fauna, so naturnah wie möglich, in unserer Kulturlandschaft ausgerichtet ist. Die vielen menschlichen Eingriffe in unsere Landschaft führen zwangsläufig dazu, dass der Mensch auch in der verbleibenden "Natur" eingreifen muss. Ob das bei Krötenwanderungen, bei Schutz von Streuobstwiesen gegen Wühlmäuse erfolgt (auch mit tötenden Fallen) oder durch die Jagd auf Wildschweinen oder Kormoranabschüsse: Es ist völlig unrealistisch, zu tun, als sei das eigentlich alles gar nicht nötig. Das Wort Kulturlandschaft mag vielleicht nicht jeder, es trifft aber den Kern der Sache: Gepflanzte Waldbäume, Acker und Wiesenflächen, die Gärten, regulierte Flüsse, all das ist des Menschen Existenzgrundlage - und doch wollen wir die Artenvielfalt darin erhalten.
  • Korrektur der NABU-Darstellung zu den Kormoranen im Internet

  • Die Darstellungen des NABU verharmlosen die Problematik durch den Kormoran bedrohter Fischarten in eklatanter Weise. Dies ist durch einen Blick auf die einschlägigen Internet-Seiten leicht nachzuvollziehen. Hier sei exemplarisch nur ein Absatz aus der Seite
    http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/news/wasservoegel/01077.html (Stand 23.10.2009 16:00)
    wieder gegeben:

    "Der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Landesbund für Vogelschutz (LVB) und der Deutsche Rat für Vogelschutz (DRV) ... stellen abschließend fest, dass fischereiwirtschaftliche oder Artenschutz-Probleme durch Kormorane nur lokal auftreten und durch lokale Maßnahmen gelöst werden müssen. Dabei müssen vorrangig passive, natur- und tierschutzgerechte Abwehrmaßnahmen Anwendung finden; hierzu stehen genügend Alternativen zur Verfügung. Darüber hinaus sprechen auch prinzipielle störungsökologische, populationsbiologische und nicht zuletzt ethische Gründe gegen die Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Jagd auf den Kormoran."

    Jahrelange Versuche mit alternativen Abwehrmaßnahmen zum Beispiel in Äschenregionen von Bergischem Land bis Sauerland in Nordrhein Westfalen haben gezeigt, dass eine Alternative zu Abschüssen einfach nicht gegeben ist! Theoretische Überlegungen und Wunschdenken (z.B. Todholz-Einbringung - am besten in Flüssen, die für Hochwässer anfällig sind) helfen nicht weiter. Es ist unseriös und unverantwortlich, den naturinteressierten Bürger derart falsch zu informieren und so ideologisch beeinflussen zu wollen. Mangels gegebener wirksamer Alternativen zum Abschuss von Kormoranen, ist der letzte Satz ebenfalls schlichtweg inakzeptabel und mit Blick auf die Jagdausübung auf andere Wildarten und die damit seit Jahrhunderten gesammelte Erfahrungen auch nicht nachvollziehbar.